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NO!-POSTER / ANTI-POP-POSTER AUSSTELLUNG

in der Galerie Gertrude Stein, New York [1964]

Die NO!-Poster verdanken ihre Entstehung der Entdeckung von Fehl- und Andrucken im März 1963.

Die NO!-Poster sind ausschließlich mit einer Offsetdruckmaschine hergestellt worden, d.h., es sind rein maschinelle Fortdrucke. Jegliche "Komposition" entstand also durch die Maschine.

Die NO!-Poster basieren auf verdruckten Druckbögen, die zum Andrucken bzw. Reinigen der Maschine benutzt wurden.

Der zusätzliche silberne Überdruck steht jeweils zufällig in Verbindung zu dem darunterliegenden maschinellen Fehldruck und entbehrt jeglicher künstlerischen Komposition. Die verwendeten Symbole sind vom Künstler gemäß ihrer Wichtigkeit ausgewählt und entsprechen denen, die er ebenfalls in seinen sonstigen Bildern und Collagen verwendet, nämlich die Symbole wie das Wort "NO", Pin-ups und sadomasochistische Folterszenen aus Pornoheften.

Die Poster kosten fünfundzwanzig Dollar. Die Preise sind absichtlich so niedrig gehalten, um einmal jedem den Kauf zu ermöglichen, und zum anderen, um auf die lächerlich überhöhten Preise hinzuweisen, mit denen die sogenannten "handgemachten" Pop-Art Arbeiten auf dem Kunstmarkt gehandelt werden. Die NO!-Poster sollen Poster für alle sein, sollen für jeden erschwinglich sein.

Die NO!-Poster sind "No-Pop"- und "Anti-Pop"-Plakate. Sie sind der spontane Ausdruck einer sich selbst reinigenden Maschine, die sich gegen ihren Missbrauch in der Gesellschaft mit der ihr eigenen Mechanik auflehnt.

Publiziert in: NO!, Ausstellungskatalog, Berlin 1995

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