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N O ! a r t  ist
die strategische
Kreuzung,
auf der sich
künstlerische
Produktion und
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kulturelle Aktionen
begegnen.

LURIES TESTAMENT
BLAF MANIPULATION
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Boris Lurie und Dietmar Kirves 1998 in Weimar-Buchenwald, Foto: Sybille Wittmann, StuttgartDIETMAR KIRVES | Berlin: Seit den siebziger Jahren arbeitete ich mit Dir intensiv zusammen an der Fortsetzung der NO!art-Bewegung. Wir machten gemeinsam die erste NO!art-Anthologie und involvierten die Szene. Nun bist Du von uns gegangen. Ich vermisse Dich und Deine kontroversen Aktivitäten. Viel Spass in der Ewigkeit. Deine klick auf Button zum Anhören  Stimme ist mir gegenwärtig, bis ich Dich in den Ewigen Jagdgründen wieder treffen werde. Die NO!art geht voran.  NO!dietmar

CLAYTON PATTERSON | New York: Wir werden nie aufgeben. Wir werden nie nachgeben. Wir werden nie ruhig bleiben. Der Kampf geht weiter, bis unsere Botschaft verstanden wird. Du bleibst uns in Erinnerung. Wir lieben Dich wie einen Bruder. Ruhe in Frieden.  Clayton Patterson

MATHILDA WOLF | Berlin: Für Boris, den grossen Meister der NO!art. Du warst wo ich bin, und ich werde sein, wo du bist. Das wichtige und kreative Zusammensein mit Dir in Köln, New York und Berlin werde ich immer in dankbarer Erinnerung behalten. Ruhe in Frieden.  Mathilda

NAOMI T. SALMON | Weimar:
Die kalte Luft / drängt sich / durch diese ungehobelt Bretter-Spalten.
Weisst du / was philosophisch-so-gesprochen / Was Kälte ist? - Boris Lurie

Boris Lurie’s     voice, image, authenticity, and wit stay with me, his art, poems and faxes to sooth me when I miss him. NO!art shall prevail.  Naomi T. Salmon

MARTIN KIRVES | Berlin: Lieber Dietmar, ich habe oft an Lurie und seinen schrecklichen Zustand gedacht, noch bevor er gestorben ist. Bei der Nachricht seines Todes schloss meine traurige Stimmung aber auch Dich ein. So viele Jahre hast Du ihn gekannt und Dich für ihn eingesetzt, ohne letztlich die gebührende Annerkennung zu erhalten. Immerhin sorgtest Du doch dafür, dass es weiter ging. Auch unser Aufenthalt in New York kam mir ins Gedächtnis und die Wohnung von Lurie, die jetzt wohl leer steht. Ich hoffe, Du nimmst es nicht so schwer, obwohl die allgemeine Ignoranz Deiner Arbeit mich wütend macht.

KLAUS FABRICIUS | Stuttgart: hallo dietmar, ich lese grad deine meldung ... und ich lese boris ist gestorben... ich kann jetzt dazu nichts sagen... wie gehts dir? meld dich... freue mich imnmer von dir zu hören...  Klaus Fabricius

ENZO MASTRANGELO | Sapri/Italien: hallo dietmar, ich habe gelesen, dass boris nicht mehr bei uns ist. wollte nur sagen, dass seine bewegung und sein name bestimmt niemand vergessen wird, der mit ihn zutun hatte. er hat so toll etwas bewegt. NO!art ist immer noch in Boris Lurie bewegung und ohne Boris hätte es NO!art nie gegeben.  Enzo Mastrangelo

LST | Barcelona: Lieber Dietmar, mein herzliches Beileid. nicht gekannt aber verstanden und gelernt habe ich von ihm. Ich bin glücklich über deine eifrige Dokumentation und traurig dass bei Boris Lurie jetzt ...gestorben steht. Also, halte die NO!art Front Ost und mach weiter so.
Ich schaue regelmässig nach dem Neuesten auf den NO!art Seiten.  LST

ECKHART HOLZBOOG | Stuttgart | 22. Januar 2008 : Boris Lurie gestorbenBoris Lurie und Eckhart Holzboog in Mexiko, 1996 | Am Freitag reise ich mit Sybille für acht Tage nach NY, da unser alter Freund Boris Lurie gestorben ist. Boris habe ich vor ungefähr 15 Jahren durch Armin Hundertmark kennengelernt, in dessen Galerie ich während dem Studium gearbeitet habe. Seit dem viele Besuche und fast wöchentlicher Kontakt. Mit Sybille habe ich im NYker Kakerlakenkeller seine Arbeiten katalogisiert - ein paar Ausstellungen im NGBK (Katalog) und in Buchenwald (mit Poesie-Buch) mitorganisiert - unzählige, ewige, intensive Gespräche mit unendlich vielen Zigaretten, Kaffee und Wodka (er weniger), in denen es hauptsächlich um seine KZ-Geschichte(n), Politik, Frauengeschichten, Kunst, Geschichte im Allgemeinen, und Aktien-checkerei ging - im Käfer mit abgesägtem Dach eine Reise durch Mexiko gemacht... . Daß ich mich für den Verlag und nicht mit Haut und Haaren für NO!art entschieden habe, hat er mir nie verübelt; vielmehr hat er es verteidigt.
Im Februar 2006 hatte Boris einen schweren Schlaganfall, wodurch er insbesondere seine Sprache verlor; seit dem hat er mehr schlecht als recht gelebt. Am Montag, den 7. Januar 2008 ist er, wie man mir sagte 'friedlich' gestorben und wurde innerhalb von 48 Stunden auf dem jüdischen Friedhof in Haifa beerdigt, wo auch sein Vater, mit dem er die Schoah und die ganze Scheiße überlebt hat, begraben ist. Traurig und doch auch erlösend.
Gruß Eckhart

MATTHIAS REICHELT | Berlin | 7. Januar 2008 : Der Künstler Boris Lurie ist tot | Liebe Kolleginnen und Kollegen, hiermit möchte ich Sie davon in Kenntnis setzen, dass Boris Lurie, Maler, Collagist, Literat und Lyriker nach langer schwerer Krankheit in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar 2008 in einem Krankenhaus in New York City gestorben ist.
Boris Lurie, der 1924 in Leningrad geboren wurde, hat mit Sam Goodman und Stanley Fisher die NO!art-Bewegung begründet, die 1959-1965 in der Lower East Side, Manhattan in unterschiedlichen Formationen aktiv war und offensiv Themen wie die Shoah in einen Bildkosmos aus Krieg, Gräuel, die Atombombe, Kolonialismus und Pornografie integrierte. Lurie und seine Kollegen organsierten Ausstellungen, Performances und Happenings, an denen u.a. auch Yayoi Kusama, Allan Kaprow, Allan D'Arcangelo, Erró, Jean-Jacques Lebel und viele andere beteiligt waren. In der Bundesrepublik waren Luries Arbeiten zuletzt 1995 in eine zweiteiligen Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) in Berlin sowie in der Gedenkstätte Buchenwald von Dezember 1998 bis Mai 1999 zu sehen.
Die Person Boris Lurie, sein Leben und überleben des Holocaust und die Verarbeitung seines Traumas in seiner Kunst standen im Mittelpunkt des 2006 von Reinhild Dettmer-Finke in Zusammenarbeit mit Matthias Reichelt produzierten Films "Shoah und Pin ups. Der NO!artist Boris Lurie", der mehrfach in verschiedenen Kinos und bei Veranstaltungen in Berlin, Freiburg, München, Karslruhe vorgestellt wurde und in einer gekürzten Version am 8. Juni 2007 im Rahmen eines Themenabends zu "Sex, Macht und Ohnmacht" auf ARTE zu sehen war. In voller Länge wird der Film wieder am 21. Februar 2008 im Kommunalen Kino in Freiburg zu sehen sein. Außerdem wird an diesem Abend Heinz Spargle Texte von Boris Lurie lesen, während Dieter Ilg auf seinem Bassinstrument Improvisationen zu Luries Texten spielen wird.
Für Nachfragen zu weiteren Daten stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Reichelt

© http://borislurie.no-art.info/nachruf/kondolenz.html