NO!art + ÜBER UNS + KÜNSTLER + MANIPULATION + MAIL DE | EN
Boris Lurie >>> MEMO  VOR  WEITER  INDEX
Boris Lurie Publikation suchen + finden

NO!art in BUCHENWALD
BORIS LURIE: GESCHRIEBIGTES / GEDICHTIGTES 1947 — 2001
Herausgegeben von Volkhard Knigge [Weimar], Eckhart Holzboog [Stuttgart]
und Dietmar Kirves [Berlin]
Buch +++ Vorwort +++ Rezensionen +++ Textversion +++ Buchversion

Eckhart Holzboog Verlag | Stuttgart 2003
470 S. | 135 s/w Abb. | 21,5 x 26,5 cm | ISBN 3-9807794-0-8
 

Zusammengestellt von Boris Lurie und Dietmar Kirves anlässlich der Ausstellung "Boris Lurie: Werke 1946-1998" in der Gedenkstätte Weimar-Buchenwald 1998/99, mit allen ausgestellten Werken, Rezensionen, Kommentaren und Buchbeiträgen von seinen Freunden Enrico Baj, Paolo Baratella, Herb Brown, Ronaldo Brunet, Günter Brus, Erro, Klaus Fabricius, Charles Gatewood, Paul Georges, Jochen Gerz, Esther Morgenstern Gilman, Amikam Goldman, Leon Golub, Sam Goodman, Blalla W. Hallmann, Allan Kaprow, Allan Kaprow, Dietmar Kirves, Yayoi Kusama, Konstantin K. Kuzminsky, Jean-Jacques Lebel, Martin Levitt, Suzanne Long, Clayton Patterson, Bernard Rancillac, Francis Salles, Naomi T. Salmon, Michelle Stuart, Aldo Tambellini, Klaus Theuerkauf, Seth Tobocman, Jean Toche, Toyo Tsuchiya, Wolf Vostell, Mathilda Wolf.  Klick auf Künstlernamen führt zum abgebildetem Werk

+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + +

VOLKHARD KNIGGE: Obwohl ich Goethe leider nicht gelesen habe,
doch von Hitler zu spüren bekam. Weimar 2001

Vom Dezember 1998 bis in das Frühjahr 1999 hinein hat die Gedenkstätte Buchenwald in ihrem Kunstmuseum eine Retrospektive der bildkünstlerischen Arbeiten Boris Luries gezeigt. Obwohl erste Arbeiten Luries bereits kurz nach Kriegsende entstanden sind, war dies seine erste umfassend angelegte Einzelausstellung in Deutschland. Der NO!art gewidmete Ausstellungen, in deren Rahmen auch Arbeiten von Lurie als einem Gründer dieser im New York der zweiten Hälfte der Fünfzigerjahre entstandenen Künstlerbewegung gezeigt wurden, hatte es zuvor zwei gegeben: 1973 in der Galerie René Block und 1995 in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin. 1988 war in der Edition Hundertmark, Köln, eine als Künstlerbuch von Dietmar Kirves gestaltete Anthologie zur „NO!art“ erschienen, die von Boris Lurie und Seymour Krim herausgeben worden war.(1)

Ich erinnere mich noch gut an die Mischung aus Entsetzen und Faszination, die mich beim Durchblättern dieses Buches, auf das mich kurz nach seinem Erscheinen Thomas Howeg in Zürich aufmerksam gemacht hatte, befiel. Ganz augenscheinlich gründeten insbesondere die Arbeiten Luries in der konkreten Erfahrung des zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager. Ganz augenscheinlich schlugen diese Erfahrungen in den Arbeiten immer wieder durch. Und ganz augenscheinlich — und darin lag das Verstörende — setzte Lurie seine ganze Kraft dafür ein, diese Erfahrungen gleichsam im Rohzustand zu halten und wiederzugeben, d. h. ohne nachgetragene Sinngebungen und ohne den Eindruck zu erwecken, diese Erfahrungen ließen sich auch nur annähernd angemessen historisieren, was ja zugleich heißt, symbolisieren. Wer sich auf NO!art einlassen wollte, dem wurde abverlangt, sich mit dem Nationalsozialismus als einer zwar überwundenen aber unabgeschlossenen Geschichte auseinander zusetzen und sich mit einer Welt zu konfrontieren, in der Gewalt Gewalt, Zynismus Zynismus, Schmerz Schmerz, Schmutz Schmutz, Leid Leid und Lüge Lüge blieb. Sublimation gab es in dieser Welt ebensowenig wie eine Vorstellung von Liebe, die ungeachtet der Vermarktung der (Frauen-) Körper und des Begehrens noch denkbar wäre. Kunst war hier nicht Synonym für das Schöne, Gute und Wahre, sondern Ausdrucksform für das realexistierende Hässliche, Böse und Unaufrichtige, war Müll, war Zerstörung, war Selbstzerstörung mit den ihr eigenen Mitteln und darin zugleich — paradoxerweise — Selbstbehauptung. mehr

+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + +

REZENSIONEN:

BORIS LURIE: GESCHRIEBIGTES / GEDICHTIGTES, Rezension von Regina Neumann, in: Marburger Forum, Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart, Jg. 4 (2003), Heft 6. | Ein schwieriges, ein kompliziertes, ein gewichtiges Buch (im wahrsten Sinne des Wortes: 1,5 kg!) liegt hier vor dem Leser. Es beginnt schon mit dem Titel von barocker Länge: "Geschriebigtes-Gedichtigtes zu der Ausstellung in der Gedenkstätte Weimar-Buchenwald von Boris Lurie. Ergänzt mit Arbeiten seiner Freunde aus der gegenwärtigen NO!art-Bewegung" ...mehr

KUNSTBULLETIN, Zürich, März 2004. | Gelb-schwarz ist es und enthält vor allem Gedichte, mit Tagen datiert, gesetzt in gotischen Lettern. Ab und zu ein Bild dazwischen. Was einen bei näherem Einlassen immer mehr packt, was an eine Bibel erinnert, aber eher das Gegenteil ist, ist eine Publikation zu einer Ausstellung in der Gedenkstätte Weimar-Buchenwald von Boris Lurie, ergänzt mit Arbeiten seiner Freunde aus der gegenwärtigen NO!art-Bewegung. ...mehr

BORIS LURIE: NO!art IN BUCHENWALD, Buchbesprechung von Walter Kuhl / Redaktion: Alltag und Geschichte, in: Radio Darmstadt am 12.04.2004, Sendemanuskript. | Im vergangenen Herbst wurden die in Buchenwald ausgestellten Werke von Boris Lurie zusammen mit Texten des Künstlers aus den vergangenen fünf Jahrzehnten als nachträglicher Ausstellungs-Katalog herausgegeben. Der Band ist unter dem Titel "Boris Lurie, Geschriebigtes-Gedichtigtes, NO!art in Buchenwald" erschienen. ...mehr

REZENSION von Martin BÜSSER, in: testcard, Heft 13 vom 13.07.2004, Ventil Verlag, Mainz. | Die Gedenkstätte Buchenwald hatte bis zum Frühjahr 1999 eine Retrospektive der bildkünstlerischen Arbeiten von Boris Lurie gezeigt, doch erst mit vorliegender, im Winter 2003 erschienener Publikation liegt das künstlerische und auch dichterische Werk dieses Ausnahmekünstlers hierzulande in Buchform vor. ...mehr

Boris Lurie: Geschriebigtes-Gedichtigtes zu seiner Ausstellung in der Gedenkstätte Weimar- Buchenwald, Rezension von Alexander Merfelder, in: Wissenschaftlicher Literaturanzeiger, Gießen, 24.02.2005. | Kennt man Boris Lurie nicht, verwirrt den Leser als Erstes sicher die Aufmachung des anzuzeigenden Buches: schwarz-gelb gehalten und ein an Fraktur angelehntes Schriftbild wollen überhaupt nicht zu einer aktuellen Veröffentlichung passen. Im Buch selbst dann Wort-Gewaltiges, doppeldeutig, sprachspielerisch Bitteres....mehr

zum Seitenanfang  
line
© https://borislurie.no-art.info/publikationen/2003_geschriebigtes-de.html